1.2.2010
Bildungsstreik und jetzt?
Nach dem Bildungsstreik im Sommer war auch der Herbst letzten Jahres von kreativen Aktionen, Demonstrationen und Besetzungen der Studierenden geprägt. Immer wieder wurden die Forderungen nach einer Reform des Bildungssystems gestellt. Immer wieder wurde die Wut über die momentane Situation herausgeschrien. Doch was ist geblieben?
Die Unis sind zum großen Teil geräumt, selbst die hartnäckigsten Besetzer mussten irgendwann das Feld räumen, sei es durch die vom Präsidium angeforderte Polizei oder einfach, weil die Resonanz gerade um die besinnliche Weihnachtszeit immer mehr nachließ.
Die Parolen sind verhallt, eine wirkliche Reaktion auf die Forderungen hat es seitens der Politik nicht gegeben. Hier und da wurde Verständnis geäußert, sich aber auch gleichzeitig (wie auch an unserer Universität) der schwarze Peter zu geschoben. Mehr als eine zögerliche Bestätigung, dass das Bachelor/Master-System umstrukturiert werden muss hat es nicht gegeben, konkrete Pläne sind nicht vorgelegt worden.
Also was hat das Ganze eigentlich gebracht?
Natürlich kann man nicht sagen, dass die investierten Tage und Nächte umsonst gewesen sind, doch stellt sich leichte Ernüchterung ein.
Auf der anderen Seite hat die internationale Studierendenschaft gezeigt, dass sie sich nicht mit der Situation zufrieden gibt, auch das Interesse der Medien wurde geweckt, so dass die jetzt im Frühjahr anlaufenden Aktionen versprechen interessant zu werden. Wenn es gelingt noch mehr Studierende auf die Straße und in die besetzen Hörsäle zu bekommen, dann werden die Phrasen der Politiker bald nicht mehr ausreichen und spätestens dann wird sich das Ausharren in den Hörsälen und das Rufen der Parolen auf den Straßen gelohnt haben.
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